Am 7. März 2026 fand mit 100 Teilnehmern (darunter ca. 25 Gäste) im Humboldthaus in Görlitz die 36. Jahrestagung der Naturforschenden Gesellschaft der Oberlausitz e. V. zum Thema „Weidelandschaft in der Oberlausitz“ statt.
Nach den Begrüßungsworten des Vorsitzenden der Naturforschenden Gesellschaft der Oberlausitz Dr. Christian Düker, dem Vertreter der Stadt Görlitz, Bürgermeister Benedikt Hummel, dem Direktor des Senckenberg Museum Görlitz Professor Dr. Karsten Wesche und Andreas Völlings für die Sächsische Landesstiftung für Natur und Umwelt begann um 10 Uhr der erste Vortragsblock.
Ronny Goldberg berichtete über historische Weidelandschaften in der Oberlausitz, die es schon vor sehr langer Zeit gegeben hat. Thema von Dr. Olaf Tietz waren verschiedene Fossilfunde großer Pflanzenfresser wie zum Beispiel Mammut und Auerochse der letzten Eiszeit, so z. B. aus dem nahe bei Görlitz gelegenen ehemaligen Tagebau Berzdorf. Eine Auswahl von Blatthornkäfern, die sich von Dung der Säugetiere ernähren, stellte Prof. Dr. Klausnitzer anschließend vor. Den Abschluß des ersten Vortragsblocks bildeten tolle Fotos der erstaunlich vielen Arten von auf Dung lebenden Pilzen.
In der Mitgliederversammlung der Naturforschenden Gesellschaft der Oberlausitz wurden die Aktivitäten der Gesellschaft im vergangenen Jahr, geplante Projekte und Exkursionen besprochen. Zur Mitgliederentwicklung konnte Erfreuliches berichtet werden: mit Stand Dezember 2025 hatte die Gesellschaft 227 Mitglieder und es gab auch Anfang 2026 schon wieder neue Eintritte. Außerdem wurde der im Vorfeld neu gewählte Vorstand vorgestellt: Dr. Christian Düker, Tim Heidelk, Brigitte Westphal, Sylke Schneider und Dr. Olaf Tietz.
Nach der Mittagspause im zweiten Vortragsblock ab 14 Uhr sprach Eva Lehmann über die Ergebnisse aus dem Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft, wo Rinder, Schafe und Koniks die Landschaft durch Beweidung offen halten. Wie sich die Brutvogelfauna am Berzdorfer See entwickelt hat, konnte Dr. Markus Ritz mitteilen. Dort gibt es sowohl Arten, die verschwunden sind als auch neue Arten. Was Rothirsche und Biber „architektonisch“ in der Königsbrücker Heide anstellen, war im Vortrag von Torsten Bittner zu vernehmen. Hier wird turnusmäßig seit vielen Jahren mit Wärmeluftbildern der Bestand der Hirsche erfasst.
Nach der Kaffeepause begann mit dem Vortrag von Dr. Bettina Burkart-Aichner aus Bayern der dritte Vortragsblock. Ihr Thema umfasste die Beweidung allgemein und vor allem in Hinblick auf weitere Möglichkeiten in der Zukunft. Patrick Irmer wandte sich dem „Konfliktthema“ Wolf und Weidetiere zu und zeigte Möglichkeiten auf, mit diesem „Problem“ umzugehen.
Christoph Drossel berichtete über die Nachwuchsförderung heute und wie sie sich aus den von der Naturforschenden Gesellschaft der Lausitz initiierten sogenannten Spezialistenlagern entwickelt hat. Erstmals wurden zwei Anerkennungspreise an Jessica Holland und Samuel Huth (der leider nicht anwesend sein konnte) vergeben, da auch diese eingereichten. Schülerarbeiten eine Würdigung wert waren!
Die Laudatio für den eigentlichen Förderpreis an Anne Christin Teuser hielt Prof. Dr. Karsten Wesche, der über sie persönlich und ihre wissenschaftliche Arbeit viel Gutes zu berichten hatte. Die Preisträgerin stellte dann in einem kurzen Vortrag ihre erkenntnisreichen Untersuchungen am Sumpf-Porst in der nördlichen Oberlausitz vor und anschließend beendete der Vorsitzende Dr. Düker die diesjährige Tagung.
Brigitte Westphal
Stellvertr. Vorsitzende, Presse NfGOL