Interaktive Infotafeln: Vom "Dubringer Moor" zu den verborgenen Mooren der Oberlausitz

Mit neuen Infotafeln am Waldbad- und Strandbad Wittichenau und am NABU-Aussichtsturm im Dubringer Moor macht das Hotspotprojekt MoSaiKTeiL die Vielfalt der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft erlebbar. Interaktive Elemente, virtuelle Moorbesuche und ein Hörspiel laden dazu ein, die Lebensräume und Artenvielfalt der Region zu entdecken.

Ein Mosaik der Lebensräume 
Direkt neben dem Waldbad Wittichenau schärfen neue Infotafeln den Blick für die Natur der Umgebung. Ein Luftbild zeigt, was hier dicht nebeneinander liegt: Kiefernwälder, Sandheiden, Teiche und das ausgedehnte Moor. Dieses enge Nebeneinander unterschiedlichster Lebensräume macht die Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft zu einem von 30 Hotspots der biologischen Vielfalt in Deutschland. Eine Schiebetafel macht die Zusammenhänge spielerisch erfahrbar. Sie stellt Tierarten vor, die auf das Mosaik der Lebensräume angewiesen sind und sich zwischen den unterschiedlichen Ökosystemen bewegen.

Aussicht auf einen Schatz der Biodiversität 
Mit neuen Infotafeln wurde auch der NABU-Aussichtsturm am KRABAT-Radweg ausgestattet. Vor hier aus kann man weit in die Moorlandschaft schauen und so manches entdecken. „Hier kann man Vögel beobachten und sieht die weißen Samenköpfchen des Wollgrases aus dem Wiesenmoor ragen“, sagt Herbert Schnabel von der NABU-Regionalgruppe Wittichenau. „Die Infotafeln ergänzen dieses Naturerlebnis um Einblicke in die Geschichte, Artenvielfalt und Zukunft des Moors.“ Das NSG „Dubringer Moor“ ist ein beeindruckender Schatz der Biodiversität. Hier wurden rund 580 Farn- und Blütenpflanzen, 143 Moosarten und etwa 2.800 Tierarten nachgewiesen. Viele davon sind gefährdet und besonders geschützt. Auf dem Weg hinauf zur Aussichtsplattform begleiten die Infotafeln die Besucher*innen. Sie erzählen von der eiszeitlichen Entstehung des Moores, von seiner Nutzung durch den Menschen und von den Herausforderungen unserer Zeit. Historische Entwässerungsgräben und zunehmende Trockenjahre gefährden Moore in der Oberlausitz weiterhin. Umso wichtiger sind Maßnahmen, die das Wasser in den Mooren halten und ihre einzigartige Artenvielfalt bewahren.

Das Dubringer Moor als Tor zur Moorvielfalt 
Die Tafeln richten den Blick jedoch nicht nur auf das Dubringer Moor. Lisa Janke von der Naturforschenden Gesellschaft der Oberlausitz verrät: „Das Dubringer Moor und der Aussichtsturm faszinieren viele Menschen. Diesen besonderen Ort nutzen wir, um die Besucher*innen auch für die vielen weiteren Moore der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft zu begeistern, die oft verborgen liegen und ebenso wertvolle Lebensräume sind.“ QR-Codes machen virtuelle 360°-Einblicke in selbst schwer zugängliche Moore, wie etwa in das Milkeler Moor in der Kernzone des UNESCO-Biosphärenreservats Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft, möglich. Zudem werden Maßnahmen zur Wiedervernässung von Mooren vorgestellt. 

Für eine fantastische Gedankenreisen kann mittels eines QR-Code an der Sitzbank einem Hörspiel gelauscht werden. Dabei begegnen den Hörer*innen die spezialisierten Bewohnern der Moore – von der fleischfressenden Pflanze Sonnentau über den Großen Piraten, einer auf dem Wasser jagende Spinne, bis hin zum duftenden Sumpfporst.

Gemeinsam für Naturerleben und Naturschutz 
Die Tafeln entstanden im Rahmen des Projekts MoSaiKTeiL in enger Zusammenarbeit mit der NABU-Regionalgruppe Wittichenau. Die Ehrenamtlichen des NABU betreuen den Aussichtsturm seit vielen Jahren und brachten ihre Ortskenntnis maßgeblich in die Entwicklung der Inhalte ein. Die Stadt Wittichenau unterstützte das Vorhaben durch die Bereitstellung des Standorts am Waldbad. Gestaltung und Inhalte entwickelte das Ingenieurbüro Natur und Bildung aus Dresden.

Zur Eröffnung laden die Projektpartner herzlich zu einer Exkursion ein. Gemeinsam mit Herbert Schnabel und Lisa Janke geht es auf Entdeckungstour durch die abwechslungsreiche Landschaft am Rande des Dubringer Moors. Die Wanderung führt zum Waldbadteich, weiter zum Torfstich Dubring und zum Versunkenen Schloss, vorbei an den Städtischen Teichen und der Schowtschickmühle und zurück zum Waldbad.

Exkursion „Natur und Nutzungsgeschichte am Rande des Durbinger Moors“ 
Samstag, 11. Juli 2026 von 10 bis 13 Uhr, 
Treffpunkt: Parkplatz Waldbad Wittichenau. Ohne Anmeldung und kostenlos 

Das Projekt „MoSaiKTeiL – Moore, Sand, Kiefern und Teiche – Neue Ansätze zur nachhaltigen Entwicklung der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft (Hotspot 20)“ wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt (www.bfn.de/bpbv-hotspots) durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert. „MoSaiKTeiL“ ist ein Verbundprojekt des Senckenberg Museums für Naturkunde Görlitz, der Naturschutzstation Neschwitz e.V. und der Naturforschenden Gesellschaft der Oberlausitz e.V. Mehr Informationen finden Sie unter www.bfn.de/projektsteckbriefe/mosaikteil-moore-sand-kiefern-und-teiche-hotspot-20

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